Die Pfarre

Geschichte und Kunst der Pfarrkirche Haus - St. Johannes

 

Pfarre Haus

 

Seit dem Jahr 1074 ist die Pfarre Haus archivalisch nachweisbar. Haus entwickelte sich zum zentralen Pfarrort des oberen Ennstales und war von 1766 bis 1965 Zentrum des Dekanates bzw. Kreisdekanates mit einer Ausdehnung von der Salzburger Landesgrenze bis St. Martin am Grimming und in die Sölktäler
Pfarrkirche
 Pfarrkirche 2

Pfarrkirche Haus



Die Hauser Pfarrkirche stammt in ihrer heutigen Form aus den Jahren 1750 - 1753 und wurde an der Stelle eines kleineren Gotteshauses errichtet, das am 2. Juni 1750 bei einem Großbrand vernichtet worden war. Der Kirchenbau stammt vom Kitzbühler Baumeister Cassian Singer, die Innenausstattung zum Großteil aus der Werkstätte des Judenburger Bildschnitzers Balthasar Prandstätter. Das Fest des Kirchenpatrons, des Hl. Johannes des Täufers ist am 24.Juni.
Das Hochaltarbild, ein Werk des Saalfeldener Malers Johann Georg Kreuzer, zeigt die Taufe Jesu durch Johannes.
Die beiden Seitenaltäre waren den beiden Bruderschaften in der Barockzeit - der Bruderschaft "Aller christgläubigen Seelen" und jener der "Unbefleckten Empfängnis Mariä" - zugeordnet: links der Kreuzaltar mit Kruzifix und Fegefeuerszene, rechts der Marienaltar mit der Darstellung der Unbeflekten Empfängnis und Figuren aus der sogenannten "heiligen Sippe", der irdischen Verwandtschaft von Maria und Jesus.
Die Kanzel, von einem namentlich nicht bekannten taubstummen Salzburger Bildhauer geschaffen, zeigt am Kanzelkorb die vier Kirchenväter Ambrosius, Augustinus, Gregorius und Hieronymus und am Schalldeckel die vier Evangelisten sowie Ecclesia, die Personifizierung der Kirche.

Katharinenkapelle



Im Hauser Friedhof, nördlich der Pfarrkirche befindet sich die Katharinenkapelle mit den darunter liegenden Karner, dem Beinhaus. Die Bausubstanz weist noch romanische Elemente auf, wurde aber im frühen 15.Jahrhundert gotisiert.

 Katharinenkapelle

 kreuz-katharinenkapelle

Romanisches Kruzifix



Heute ist das romanische Kruzfix (um 1150) aus der Filialkirche Oberhaus über dem Altartisch in der Katharinenkapelle angebracht.

Karner - Beinhaus



Das im späten 18.Jh. abgemauerte Beinhaus, der Karner, im Untergeschoß der Katharinenkapelle wurde zwischen 1962 und 1964 im Zuge der Renovierung der Kapelle wieder geöffnet, die Gebeine von ca. 3000 Menschen wurden wissenschaftlich untersucht, zum Teil neben dem Karner bestattet bzw. im Beinhaus neu geordnet

 Beinhaus

 KircheOberhaus1  

Filiakirche zur Hl. Margaretha in Oberhaus



Die Filialkirche zur Hl. Margaretha in Oberhaus war ursprünglich ein dem Hl. Paternian geweihtes Gotteshaus, das im frühen 16.Jh. erneuert wurde. Seit dem Zusammenschluss des Pfarrverbandes Haus - Schladming - Pichl wird die Oberhauser Kirchen wieder intensiv für gemeinsame Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen genutzt. Mit dem Margarethenfest am Sonntag um den 20. Juli wird in Oberhaus die Kirchenpatronin gefeiert.
 

Hl. Margaretha



Der Hochaltar mit den zwei Umgangsportalen stammt aus dem Ende des 17.Jh. Das Hochaltarbild zeigt die Marienkrönung. Im 18.Jh. war Oberhaus ein beliebtes Wallfahrtsziel, an dem man besonders die Patronin St. Margaretha und die 14 Nothelfer verehrte. Ein Brand im Jahr 1921 vernichtete Teile des Gewölbes und den Dachreiter.
 Hl Margaretha
 Netzrippengewölbe  

Netzrippengewölbe



Im Chorraum ist das Netzrippengewölbe noch erhalten und mit einem hängenden Schlussstein - einem in Österreich seltenen Beispiel spätgotischer sakraler Architektur - versehen.

Drachenkanzel



Bemerkenswert ist auch die Drachenkanzel, bei der der Kanzelfuß in der Form eines Drachen geschnitzt ist. Der Drache symbolisiert das Böse, das sich gegen das Wort Gottes aufbäumt, das von der Kanzel verkündet wird.
Die Oberhauser Kirche besitzt auch einen Drehtabernakel mit der Darstellung des Letzten Abendmahles. Der Tabernakel ist - ebenso wie die Kanzel - ein Werk des Judenburger Bildschnitzers Balthasar Prandstätter.
Drachenkanzel